Sat 1 Show + Guttenbergs "Roadshow"


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Abgeschickt von Günter K.V. Vetter am 14 Dezember, 2010 um 09:17:40

Inwieweit ein Politiker sich, sein Amt und auch sein Privatleben medial inszeniert, bleibt ihm selbst überlassen und erreicht die Bandbreite hier zu Lande eben von der Kanzlerin... bis hin zum Jungstar zu Guttenberg...
Nun sind Karl Theodor und Stefanie zu Guttenberg allerdings in Nordafghanistan eingefallen, um dort u.a. eine Talkshow für einen kommerziellen Kanal zu produzieren, moderiert von dem "bekannten Afghanistan-Kenner" Johannes Baptiste Kerner. Begründet wird dies als Unterstützung für die Truppe in schwieriger Zeit, als Trost auch für diejenigen, die Weihnachten fernab der Heimat verbringen müssen... Der Krieg in Afghanistan, auf dessen korrekte Charakterisierung zu Guttenberg so viel Wert legte und in dem alleine in diesem Jahr acht Bundeswehrsoldaten fielen, nun also als Kulisse für eine familiäre Selbstinszenierung, und - als genüge dies nicht - auch noch für eine seichte Fernsehshow, als würde im Bundeswehreinsatzgebiet nicht tagtäglich geschossen, als trauerten unweit von Kundus nicht die Angehörigen der vielen Opfer jenes verheerenden Luftangriffs, den ein deutscher Oberst angefordert hatte.
Zurecht kritisiert die Opposition den Frontbesuch der Guttenbergs als PR-Aktion, die die Risiken des Einsatzes banalisiert... Die Gefahren des Bundeswehreinsatzes in Afghanistan sind von der deutschen Öffentlichkeit jahrelang kaum begriffen worden, weil sie vom Verteidigungsministerium, insbesondere von Jung, systematisch heruntergespielt wurden. Es war das Verdienst Guttenbergs, mit der Legende der bewaffneten deutschen Brunnenbauer in Afghanistan aufgeräumt und den Bundeswehreinsatz dort das genannt zu haben, was er nun einmal ist: Krieg.
Doch nun hat zu Guttenberg eine Grenze überschritten. Es ist die Grenze zwischen Solidarität mit den Soldaten und Soldatinnen... und deren medialer Vermarktung, denn die Produktion der Kerner-Talkshow in einem Flugzeughangar... soll nicht die deutsche Öffentlichkeit über die Umstände des Bundeswehreinsatzes aufklären, sondern nur die Einschaltquote dieser SAT.1-Sendung im Interesse höherer Werbeeinnahmen steigern. Dass sich der Bundesminister dafür hergab, haben die Soldaten und Soldatinnen der Bundeswehr nicht verdient, die am Hindukusch weiter den Kopf hinhalten müssen, wenn die Guttenberg-"Roadshow" längst heimgekehrt ist.



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